Eine UGC-Pipeline für den E-Commerce aufbauen

    6. August 2026

    Ein Kunde lädt ein Foto hoch. Es landet auf Instagram. Klingt einfach.

    Ist es nicht.

    Vor Kurzem haben wir für ein E-Commerce-Projekt eine UGC-Pipeline entwickelt, die Kundenbewertungen, Produktdaten, Instagram und eine Galerie auf der Website verbindet.

    Der Geschäftsablauf ist einfach:

    Kauf → Bitte um Bewertung → Kunde lädt Medien hoch → Moderation → Instagram → Galerie auf der Website

    Hinter diesem einfachen Ablauf stecken jedoch einige technische Herausforderungen.

    1) Instagram ist nicht einfach ein Button zum Veröffentlichen.

    Wir mussten uns mit OAuth, dem Lebenszyklus von Tokens, API-Limits, Webhooks und gelöschten Beiträgen befassen.

    Hinzu kommt ein gemeinsames Limit von 25 Veröffentlichungen pro Tag für alle Kunden zusammen.

    Die Veröffentlichungsebene muss sich also an den Grenzen der Plattform orientieren, nicht am idealen Geschäftsablauf.

    2) Die KI hat nicht das letzte Wort.

    Wir nutzen Claude (Sonnet), um eingereichte Bilder und Videobilder vorab auf NSFW- oder themenfremde Inhalte zu prüfen.

    Die KI liefert ein Ergebnis:

    → unbedenklich

    → markiert

    → themenfremd

    Über die Veröffentlichung entscheidet aber weiterhin ein Mensch.

    Das ist wichtig, wenn nutzergenerierte Inhalte direkt im Social-Media-Konto einer Marke landen.

    3) Die DSGVO ist Teil der Architektur.

    Eine Einwilligung ist nicht nur ein Häkchen im Formular.

    Wir brauchten einen unveränderlichen Prüfpfad, der zeigt, wozu der Kunde wann zugestimmt hat.

    4) Medien-Uploads verändern den Bewertungsablauf.

    Die bestehende Bewertungsfunktion von Shopware war für diesen Anwendungsfall nicht ausgelegt, daher musste das Bewertungsformular um Fotos und Videos erweitert werden.

    Videos werden außerdem anders verarbeitet als Bilder — wir analysieren vier Einzelbilder, statt das ganze Video durch die Moderation zu schicken.

    Und schließlich:

    Der Kunde sieht einen einfachen Ablauf.

    Das Entwicklungsteam sieht:

    Shopware → Medienverarbeitung → DSGVO-Nachweis → KI-Moderation → menschliche Moderation (falls nötig) → Meta API → Instagram → Web-Galerie → Cache-Aktualisierung

    Genau das finden wir an der E-Commerce-Entwicklung spannend: Eine Funktion kann von außen einfach aussehen. Die Architektur ist es selten.Diagramm einer UGC-Pipeline in 9 Schritten: Shopware, Medienverarbeitung, DSGVO-Nachweis, Meta API, menschliche und KI-Moderation, Instagram, Web-Galerie und Cache-Aktualisierung