Unsere Partner-Projektmanagerin Elena Zubareva hat E-Commerce-Projekte in verschiedensten Branchen betreut: Pharma, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Lebensmittel und Getränke, Kunst. Mit ihrer Unterstützung entwickelt unser Team Onlineshops, migriert sie auf neue Plattformen, aktualisiert sie und gestaltet sie neu.
Was hilft Elena und ihrem Team, Termine einzuhalten?
Wie wählt man das richtige Preismodell für ein Projekt?
Wie geht man mit Konflikten im Team um?
Das erfahren Sie hier!
Zu Projektbeginn müssen sich Kunde und Entwicklungspartner auf ein Preismodell* einigen. Wie findet man die passende Option?
*Das Preismodell regelt die Zahlungsverpflichtungen zwischen Kunde und Dienstleister.
Elena: „Zunächst möchte ich die beiden gängigsten Preismodelle mit ihren Vor- und Nachteilen vergleichen.
Ein Festpreis eignet sich in der Regel für die Entwicklung eines MVP (einer Demoversion des Produkts, mit der die Geschäftsidee getestet wird) und für Projekte mit begrenztem Budget und begrenzten Möglichkeiten.
Vorteile: fester Preis, klare Termine, vorhersehbare Ergebnisse.
Nachteile: lange Planung; keine Behebung unvorhersehbarer Mängel; keine Möglichkeit, das Projekt an Marktveränderungen während der Entwicklung anzupassen.
Time & Material eignet sich für
– langfristige Projekte
– Projekte mit sich ändernden Anforderungen
– Projekte ohne festgelegten Leistungsumfang.
Vorteile: Flexibilität bei Änderungen auf Kundenwunsch oder aufgrund des Marktes; iterative Planung; höhere Qualität der finalen Lösung, weil unvorhersehbare Mängel behoben und ungeplante Verbesserungen umgesetzt werden können.
Nachteile: Budget und Zeitrahmen sind nicht festgelegt.
Für die richtige Wahl sollten Sie eine Reihe von Projektmerkmalen bewerten. Die wichtigsten sind:
– Budget
– Projektart — zum Beispiel die Entwicklung eines Onlineshops von Grund auf, die Migration auf eine andere E-Commerce-Plattform oder die Theme-Entwicklung.
– Umfang — die Anzahl der Aufgaben, erwartete Ergebnisse, Einschränkungen usw.
– geplanter Release-Termin.
Nach dieser Bewertung können Sie das passende Modell wählen. In meiner Praxis kommt Time & Material häufiger vor.“
Mit welchen Strategien vermeiden Sie geplatzte Termine?
Elena: „Man muss sowohl auf die Organisation der Prozesse als auch auf die Motivation der Mitarbeitenden achten. Ich halte mich an einige Grundprinzipien:
– Rechtzeitig auf alle Signale reagieren, die das Projekt betreffen – etwa wenn jemand krank oder ausgebrannt ist, ein Konflikt im Team entsteht oder die Produktivumgebung ausfällt
– Die Stärken und Schwächen jedes Teammitglieds kennen, um die Arbeit entsprechend zu verteilen
– Sicherstellen, dass jedes Teammitglied den Fachbereich und seine Aufgaben versteht.
– Arbeitsabläufe gemeinsam mit dem Team aufbauen und Werkzeuge gemeinsam auswählen. Das verbessert die Prozessqualität, das Tempo und die Fähigkeit, realistische Termine zu setzen.
– Eine unterstützende Atmosphäre pflegen: den Mitarbeitenden echte Hilfe anbieten und Konflikte gemeinsam lösen.
– Positiv bleiben :)
Und hier einige konkrete Taktiken, mit denen ich Terminprobleme minimiere:
– Die tägliche Besprechung des Fortschritts mit dem Team hilft, Abweichungen vom Zeitplan ganz am Anfang zu erkennen oder sogar zu verhindern
– Retrospektiven sind besonders für große Teams (10+ Personen) wichtig. Dort teilt man Erkenntnisse, was im Sprint gut funktioniert hat und was sich verbessern lässt. So lernt man aus Fehlern und entwickelt bewährte Arbeitsmethoden für die Zukunft. Um jedes Teammitglied einzubinden, organisiere ich eine gemeinsame Abstimmung oder stelle ein Dokument mit möglichen Problemursachen bereit, das anonym ausgefüllt werden kann.
– 1:1-Gespräche mit den Teammitgliedern sind ein geschützter Raum, in dem jeder offen sprechen kann und bekommt, was er braucht, um motiviert zu bleiben
– Planning Poker hilft, realistische und praktikable Termine für Aufgaben festzulegen und dabei jedes Teammitglied einzubinden. Kurz gesagt: Mit Karten schätzt das gesamte Team den Aufwand gemeinsam im Konsens.
Lässt sich eine Terminverschiebung trotzdem nicht vermeiden, ist es meine Aufgabe, dem Kunden ausführlich und mit stichhaltigen Argumenten zu erklären, warum es dazu kam. Nach einer Einigung passen wir unsere Strategie an und verteilen zum Beispiel Aufgaben neu.“
Mit welchen Herausforderungen sind Sie neben verpassten Terminen häufig konfrontiert?
Elena: „Eine weitere Herausforderung sind interne Konflikte.
Kürzlich hatte ich einen solchen Fall. Grund waren unterschiedliche Meinungen im Team darüber, wie eine Entwicklungsaufgabe zu lösen ist. Das ist übrigens der häufigste Grund für Konflikte.
Um einen Konsens zu finden, gebe ich beiden Seiten das Wort: Sie erklären ihre Sicht, bringen Argumente vor, kritisieren die Gegenseite usw.
Dann haben wir beide Meinungen zusammengefasst und unserem Development Team Lead vorgelegt. So fanden wir einen Kompromiss, und der Konflikt war gelöst.“
Wie werden Ihre Kunden über den Projektfortschritt informiert? Welche Informationen erhalten sie?
Elena: „Die Form des Projekt-Trackings richtet sich nach den Wünschen des Kunden und den Besonderheiten des Projekts. Meist nutzen wir folgende Wege oder eine Kombination daraus:
– Tägliche Berichte ― darin steht, welche Aufgaben erledigt wurden und welche am nächsten Tag folgen
– Wöchentliche Meetings ― dort besprechen wir, was erledigt wurde und was geplant ist, und stimmen die Aufgaben mit dem Team des Kunden ab
– Gantt-Diagramm ― ein visualisierter Projektzeitplan. Es ist ein Balkendiagramm, das Aufgaben, ihre Reihenfolge und den Zeitrahmen ihrer Umsetzung zeigt.
Auf Wunsch des Kunden setzen wir Projektmanagement-Tools ein. Zum Beispiel Asana ― kostenlos, einfach zu bedienen und mit allen wichtigen Funktionen. Oder Jira ― kostenpflichtig, aber mit erweitertem Funktionsumfang.“
Projektmanagerin zu sein kann anstrengend sein. Sie müssen Anliegen von Kunden und Team klären, Konflikte lösen, Aufgaben koordinieren und Entscheidungen treffen – und das manchmal unter Chaos und Druck. Haben Sie schon einmal einen Burnout erlebt?
Elena: „Oh, das ist eine gute Frage.
Es gab eine Zeit, in der ich in meiner Freizeit nicht von der Arbeit abschalten konnte. Ich habe zum Beispiel spätabends noch Calls mit Kunden angesetzt. Da ich mich nicht richtig erholt habe, waren meine Reserven bald aufgebraucht, und ich war völlig erschöpft.
Was mir geholfen hat? Eine klare Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Heute erledige ich berufliche Aufgaben nur während der Arbeitszeit und widme mich danach privaten Dingen, Erholung und Freizeit. Das tut mir und meiner Arbeit gut :)“
Elena, vielen Dank für das informative Gespräch!
Elena: „Gern geschehen, danke Ihnen!“