Das Erscheinungsbild eines Onlineshops beeinflusst das Kundenverhalten stark: Es kann Besucher dazu bringen, auf der Website zu bleiben und weiterzustöbern, oder sie zu einem anderen Shop mit bequemerem Design und besserer Navigation treiben. Eine gut gestaltete Website zu entwickeln, kann jedoch anspruchsvoll sein. Händler müssen die richtige Balance zwischen oft konkurrierenden Prioritäten finden: klare Produktdarstellung, bequeme Navigation, ansprechende Inhalte und ein Design, das auch mobile Käufer überzeugt.
Aktuellen Umfragen zum Onlineshopping zufolge kauft mehr als die Hälfte der Verbraucher gern am Desktop ein; zugleich nannte ein Drittel der Befragten die Möglichkeit, Produkte schnell zu finden, als wichtigsten Faktor beim Onlineshopping. Danach folgten die User Experience (rund 30 %) und ein effizienter Checkout (10 %).
Als weitere wichtige Faktoren bei der Nutzung von Händler-Websites nannten die Nutzer relevante Suchergebnisse bei der Produktsuche. Außerdem hoben sie hervor, Artikeldetails per Klick auf das Produktbild schnell ansehen zu können, sowie Produktfilter und möglichst wenige Klicks von der Kategorienavigation zur Produktseite.
Auf Produktseiten halten etwa ein Drittel der Käufer Produktbewertungen für den wichtigsten Faktor, etwas weniger legen Wert auf die Möglichkeit, das Produktbild zu vergrößern, gefolgt von denen, die mehrere Produktansichten schätzen.
Die Ergebnisse zeigen: Kunden erwarten beim Onlinekauf dasselbe Einkaufserlebnis wie im Ladengeschäft – mit Funktionen, die ihnen im Wesentlichen dieselben Produktinformationen bieten, die sie gewohnt sind.
Deshalb lohnen sich visuelle Elemente wie 360-Grad-Produktfotos, Augmented Reality und Videos: Kunden sehen leicht, ob ein Kleidungsstück passt, oder können sich vorstellen, wie ein Einrichtungsgegenstand in ihrer Wohnung wirkt.
Der wichtigste Moment beim Kauf ist jedoch der Checkout. Wirkt dieser Prozess unklar oder überladen, kann es passieren, dass der Kunde es sich anders überlegt, den Kauf abbricht und Ihre Website verlässt. Rund 18 % der Verbraucher nannten einen schnellen Checkout als wichtigsten Faktor, etwas weniger eine begrenzte Anzahl an Schritten (höchstens 4) bis zum Kaufabschluss.
Außerdem sollte das Design der Website zum Design der mobilen App, der Marketingmaterialien sowie der E-Mail- und Werbekampagnen passen – das stärkt die Markenbekanntheit und steigert die Conversions des Shops.
Webdesign-Tipps für mehr Conversions in Ihrem Shop
1. EINFACHE NAVIGATION UND EIN EINFACHER CHECKOUT
Navigation und Checkout eines Onlineshops sollten möglichst wenige Schritte umfassen. Ebenso wichtig ist ein reibungsloser Abschluss der Transaktion ohne Verwirrung: Die Website sollte nur die wichtigen Produktdetails ohne überflüssige Inhalte (wie zusätzliche Elemente, Menüpunkte und Handlungsaufforderungen) zeigen, da diese Käufer auf dem Weg zum Kaufabschluss ablenken können.
2. RESPONSIVE DESIGN
Da Einkaufen per Mobilgerät immer beliebter wird, müssen Händler sicherstellen, dass ihre Websites responsiv sind, also auf jedem Gerät passend dargestellt werden. Eine Möglichkeit ist, die Website zuerst für Mobilgeräte und dann für den Desktop zu entwickeln. Alternativ eignet sich eine PWA – damit entstehen Onlineshops mit App-ähnlichem Erlebnis, die Käufer wie eine App nutzen können, ohne sie auf dem Smartphone installieren zu müssen. Wie die meisten Händler betonen, ist ein responsives Design entscheidend für eine höhere Conversion-Rate.
3. VISUELLES DESIGN
Das visuelle Erscheinungsbild der Website muss Ihre Marke von anderen abheben und im Gedächtnis bleiben. Verwenden Sie eine eigene Farbe für Handlungsaufforderungen (z. B. die Buttons „Kaufen“ oder „In den Warenkorb“), gestalten Sie sie größer und markanter und zeigen Sie auf der Produktdetailseite möglichst viele Produktbilder. Eine große Bildauswahl hilft Käufern, das Produkt von allen Seiten zu betrachten und den Kauf ohne Zweifel abzuschließen.
4. NUTZERGENERIERTE INHALTE
Nutzergenerierte Inhalte können die Bekanntheit einer Marke deutlich steigern: Wenn echte Kunden in sozialen Medien Beiträge und Bewertungen zu ihren Käufen veröffentlichen, schafft das Vertrauen und Glaubwürdigkeit für den Onlineshop.
5. INTERAKTIVE ELEMENTE
Eine weitere Möglichkeit, Kunden zu gewinnen: Lassen Sie sie sich vor dem Kauf vorstellen, das Produkt zu besitzen – wie im Ladengeschäft. Die Werkzeuge dafür sind:
- Augmented Reality: Mithilfe spezieller Technologien kann man ein Produkt aus dem Shop anprobieren (z. B. Kleidung oder Schuhe) oder sich in einer bestimmten Umgebung vorstellen (z. B. Möbel oder Einrichtungsgegenstände).
- Video: Ein Video, das den Käufer mit dem Produkt vertraut macht, einen Artikel beschreibt oder ein Kleidungsstück an einem Model zeigt, kann die User Experience deutlich verbessern.
- 3D-Bilder: Wenn Kunden Produkte aus allen Blickwinkeln sehen und die Bilder beliebig drehen können, lernen sie den Artikel besser kennen und schließen den Kauf eher ab.